Narben an der Hand behandeln

Narben an der Hand

Narben können die Funktion der Hand einschränken. Nach Operationen und Verbrennungen ist eine gute Wundbehandlung deshalb besonders wichtig. Sie ist der erste Schritt zu einer unauffälligen Narbenbildung. Sobald die Wunde verschlossen ist, helfen Narbenpflaster, die tägliche Narbenmassage und das Training mit Therapieknete, verhärtete Narben zu lockern und die Beweglichkeit der Hand wieder voll zu erlangen. Um Kontrakturen von Narben auf der Handinnenseite vorzubeugen, kann zusätzlich eine Nachtlagerungsschiene getragen werden.

Narben nach Operationen

Bei Handoperationen wird immer darauf geachtet die Schnitte so zu setzen, dass sie während der Heilung unter möglichst wenig Spannung stehen. Patienten sollten die Hand nach der Operation gemäss den Angaben des Arztes schonen und in den ersten Tagen hochlagern. Das begünstigt eine schnelle und störungsfreie Wundheilung und damit eine unauffällige Narbenbildung.

Narbe an der Hand nach einer Operation (CTS)
Narbe an auf der Handinnenseite nach einer CTS-Operation.
Verbrennungsnarbe an der Hand mit Kontraktur
Verbrennungsnarbe übers Handgelenk.

Narbe nach Verbrennungen der Hand

Verbrennungsnarben neigen zu Wucherungen. Patientinnen und Patienten mit Verbrennungen erhalten deshalb Kompressionskleidung die sie Tag und Nacht tragen müssen. Der Druck von aussen reduziert die Produktion von Kollagenfasern und begünstigt deren parallele Anordnung, sodass die Narbe möglichst flach ausreift. Verbrennungsopfer werden in den ersten Jahren nach dem Unfall regelmässig untersucht, um ungünstige Veränderungen in der Narbenreifung frühzeitig zu erkennen. Aber auch bei kleinen Verbrennungsnarben, die im Alltag etwa durch das Verschütten von heissem Tee entstehen, lohnt sich eine frühzeitige Narbentherapie um Beschwerden vorzubeugen.

Warum Narben hart werden

Eine Narbe ist keine neue Haut. Anders als gesunde Haut besteht Narbengewebe hauptsächlich aus Bindegewebe und hat weder Schweissdrüsen noch Pigmentzellen. Dadurch ist es härter als Haut. In den ersten ein bis zwei Jahren baut sich die Narbe aber noch um. Zu Beginn der Narbenbildung entstehen viele neue Kollagenfasern. Mit der Zeit ziehen sie sich zusammen und richten sich neu aus, was zu einer Schrumpfung der Narbe führt. Dieser Prozess lässt die Narbe meist schmaler und unauffälliger werden. Mit der Zeit wird das Gewebe zudem blass. Was eigentlich eine wünschenswerte Narbenreifung ist, kann auch zu weit gehen. Gerade auf der Handinnenseite kann sich die Narbe zu stark zusammenziehen, sodass man die Hand oder den Finger nicht mehr vollständig strecken kann. Auch unerwünschte Verwachsungen von verschiedenen Gewebeschichten können die Beweglichkeit beeinträchtigen.

Narbentherapie mit Pflaster

Die Narbentherapie mit einem Silikonpflaster ist einfach, schmerzfrei und sehr wirksam in der Vorbeugung von wulstigen oder verhärteten Narben. Das Pflaster übt einen sanften Druck auf das Gewebe aus und hält gleichzeitig die Körperwärme zurück. So entsteht unter dem Pflaster eine ideale Umgebung für die Narbenreifung.

Silikonnarbenpflaster der Marken Juzo und Scarban sind in verschiedenen Dicken erhältlich, wobei man für die Behandlung der Hand eine dicke Variante wählen sollte. Die dicken Pflaster sind 1.4 – 2.3 mm dick und haften zuverlässig auf der Hand, auch bei Bewegung. Durch ihre beige Farbe und die matte, leicht strukturierte Oberfläche sind sie zudem unauffällig.

Für die Behandlung der Finger wird das Pflaster in einen ca. 1cm breiten Streifen geschnitten und spiralförmig um den Finger gewickelt.

Narbenmassage

Die Narbenmassage ist besonders wichtig um Verklebungen der verschiedenen Gewebeschichten im Bereich der Narbe vorzubeugen und zu lösen. Bereits nach 2 Wochen sollte man mit der Narbenmassage anfangen, wenn die Wunde sicher verschlossen ist. Einmal täglich wird die Narbe mit sanften Bewegungen massiert, ohne zu grossen Zug auszuüben. Dafür eignen sich milde Fettcremes oder die gewohnte Handcreme, eine spezielle Salbe ist nicht nötig.

Narbenkontraktur auf der Handinnenseite vorbeugen

Bei entspannter Haltung, etwa in der Nacht, sind Handgelenk und Finger leicht gebeugt. Narben an der Handinnenseite bergen deshalb ein besonders hohes Risiko für Narbenkontrakturen.

Abhilfe schafft eine Lagerungsschiene für die Nacht. Sie stellt die Hand in der Intrinsic-Plus Stellung ruhig. Dabei ist das Handgelenk leicht überstreckt und die Finger bei einer 70° Beugung im Grundgelenk flach ausgestreckt. Manche Modelle wie die ManuRhizoLoc long Plus bieten zusätzlich eine Daumenauflage. Alle Schienen finden Sie in der Kategorie „Handgelenkbandagen & Schienen„.

Beweglichkeit und Kraft der Hand trainieren

Nach Operationen und Verletzungen der Hand muss die Beweglichkeit und Kraft wieder trainiert werden. Bereits direkt nach der Operation darf man alle Gelenke bewegen, die nicht von der Schiene ruhiggestellt werden. So wird ein übermässiger Muskelabbau vorgebeugt. Auch mit der Physiotherapie wird meist schon in der ersten Woche nach der Hand-OP begonnen.

Therapieknete

Mit der Bort Therapieknete kann man die Kraft und Beweglichkeit ergänzend zur Physiotherapie zu Hause trainieren. Die Therapieknete ist in sechs verschiedenen Härtegraden erhältlich. Eine Anleitung mit 12 Übungsbeispielen gibt Inspiration für das Handtraining. Die Therapieknete ist in der praktischen 80g Box für den Privatgebrauch erhältlich, oder als 440g Grosspackung für Physiotherapeutinnen.


Passende Beiträge