
Bei der Nagelpflege müssen Diabetiker besonders vorsichtig sein, denn Verletzungen an den Füssen heilen bei ihnen nur schwer. Auch der Hautpflege an den Füssen sollte man bein Diabetes besondere Aufmerksamkeit schenken, denn sie hilft ernsthafte Erkrankungen vorzubeugen.
Nägel bei Diabetes richtig schneiden
Das Nägelschneiden mit Schere oder Clipper birgt die Gefahr von Verletzungen. Besser ist es deshalb, die Nägel durch Schleifen zu kürzen. Hierfür eignet sich eine Handfeile, oder wenns schneller gehen soll eine elektrische Nagelfeile. In diesem Fall sollte man beim Kauf ein Gerät wählen, das speziell auf die Bedürfnisse von Diabetikern abgestimmt ist.
Dazu zählt unter anderem das Promed Pedisenso Duo. Die elektrische Nagelfeile wird mit zwei Spannzangen geliefert. Eine davon ist speziell für Diabetiker bestimmt und stoppt die Feile bei übermässigem Druck um Verletzungen vorzubeugen.

Mit einem andern Schutzmechanismus arbeitet das Beurer MP 41. Es hat geringe Drehzahlen von maximal 4‘600 U/min, was eine besonders sanfte Nagelpflege erlaubt. Zudem sind die Schleifaufsätze mit einem Mantel versehen. Er verhindert beim Abrutschen Verletzungen der Haut.
Nägel gerade schneiden
Unabhängig davon, ob Sie sich für die Nagelpflege mit einer Handfeile oder elektrischen Feile entscheiden, sollten Sie auf eine gerade Nagelform achten. Dadurch wird das Einwachsen der Ecken verhindert. Auch zu kurz sollten die Nägel nicht sein, damit das Nagelbett stets gut geschützt ist.
Fusspflege bei Diabetes
Die empfindlichen Füsse von Diabetikern brauchen besondere Pflege und Aufmerksamkeit. So kann man die Füsse bei Diabetes optimal schützen.
1. Tägliche Kontrolle
Überprüfen Sie die Füsse täglich auf Verletzungen oder Veränderungen wie z.B. Schwielen, Blasen, Druckstellen oder Pilzbefall. Wenn die Beweglichkeit eingeschränkt ist, kann ein Handspiegel dabei behilflich sein. Vergessen Sie die Zehenzwischenräume nicht.
2. Füsse waschen
Waschen Sie die Füsse täglich mit nicht zu warmem Wasser. Verzichten Sie auf Seifen, weil sie die Haut austrocknen. Besser sind milde Waschlotions. Länger als fünf Minuten sollte das Fussband nicht dauern, weil die Haut sonst aufgeweicht wird.
3. Sorgfältig trocknen
Trocknen Sie die Füsse und die Zehenzwischenräume nach dem Fussbad mit einem weichen Tuch. Trockentupfen ist schonender als heftiges Rubbeln.
4. Hornhaut entfernen
Hornhaut trocknet schnell aus und kann rissig werden. Diese Risse bieten Bakterien und Pilzen eine Eintrittspforte. Das kann man verhindern, indem man Hornhaut frühzeitig entfernt. Besonders sanft geht das mit dem elektrischen Titania Hornhautentferner mit Sicherheitsstopp, aber auch eine Handfeile kann gute Dienste leisten.
Bei der Hornhautentfernung ist besondere Vorsicht geboten. Wer keine Erfahrung damit hat, kann das auch von einer Podologin erledigen lassen.


5. Eincremen
Eine Fusscreme macht die Füsse nicht nur geschmeidig, sondern beugt auch Hautrisse oder ausgetrocknete, schuppige Stellen vor. Das reduziert die Gefahr von einer Infektion mit Pilzen oder Bakterien.
6. Schuhe prüfen
Prüfen Sie die Schuhe vor dem Anziehen am besten mit der Hand auf hervorstehende Nähte, aber auch auf Fremdkörper wie Steinchen.
7. Weitere Vorsichtsmassnahmen
Schützen Sie die Füsse mit geeigneten Schuhen vor Verletzungen, auch im Haus oder am Strand. Allenfalls sind Spezialschuhe mit individuell angepasster Druckentlastung notwendig. Diabetiker Socken verhindern Druckstellen und Blasenbildung durch die Schuhe. Sie müssen deshalb auch in offenen Schuhen getragen werden.
Vorsicht gilt bei Wärmequellen. Sitzen Sie nicht zu nah am Feuer, verwenden Sie keine Wärmeflaschen und prüfen Sie die Wassertemperatur von Bädern mit einem Thermometer.
Weshalb die Füsse von Diabetikern besonders empfindlich sind
Diabetes wirkt sich auf alle Zellen im Körper aus und kann sie zerstören. Im Bereich des Fusses sind es Schädigungen an den Nerven (Polyneuropathie) und an den feinsten arteriellen Blutgefässen (periphere arterielle Verschlusskrankheit, paVK), die eine gute Fusspflege so wichtig machen. Die Nervenschädigungen reduzieren das Schmerzempfinden im Fuss, sodass Druckstellen oder Verbrennungen kaum mehr wahrgenommen werden. Durch die schlechte arterielle Durchblutung wird das Gewebe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Das macht nicht nur die Haut empfindlich, sondern erschwert auch die Wundheilung von Wunden.